Garmin beglückte uns letzte Woche mit dem neuen Oregon 450t zum Testen. Das Testumfeld war diesmal jahreszeitlich bedingt winterlich, was auch die Ansprüche an das Display und die Bedienung nochmals erhöhte. Ob uns Garmin mit dem neuen Oregon 450/450t in unserem Test überzeugen konnte, verraten wir Ihnen gleich!
Grundsätzlich ist das Oregon 450 bzw. 450t eine logische Weiterentwicklung der sehr erfolgreichen Oregon-Serie. Mit in diese Familie geschummelt hatten sich im Herbst auch noch das Dakota 10 und das Dakota 20. Letzteres verriet schon wohin der Hase in Sachen Features läuft, auch wenn die Dakotas von der Bauform her etwas kleiner ausfielen als ihre großen Verwandten. Dennoch gehören Sie nun fix zur neuen Hierarchie: Dakota 10, Dakota 20, Oregon 450, Oregon 450t und das Top-Modell Oregon 550t. Die Modelle Oregon 200,300 und 400 wurden somit abgelöst.
Oregon 450/450t
Die technischen Features vom Oregon 400 wurden beim 450 um folgendes ergänzt:
neigungsunabhängiger 3-Achsen-Kompass
barometrischer Höhenmesser
neues, brillantes Touchscreen-Display (soviel zum PR-Text, wie gut es tatsächlich ist, lesen Sie weiter unten, bzw. sehen Sie im Video!)
Die Speicherkapazitäten des Oregon 450beträgt 850 MB bzw. 2000 Wegpunkten, 200 Routen und 200 Tracks á 10.000 Punkten.
Außerdem finden bis zu 5000 Geocaches inklusive ihrer Beschreibungen Platz.
Der Oregon 450t ist zusätzlich mit einer vorinstallierten Freizeit-Basiskarte von ganz Europa im Maßstab 1:100.000 und Höhenlinien im Abstand von 25 Metern ausgestattet.
Eine ausführlichere technische Beschreibung finden Sie auch in unserer Produktankündigung
Der Oregon 450t im Freizeitalpin-Test
Aufgrund der Tatsache, dass nun die neuen Outdoornavis von Garmin neben den teilweise recht guten, manchmal aber auch leider nicht immer perfekten Vektorkarten nun auch offen für Rasterkarten sind, beschränkten wir uns bei unserem Test auf die Hardware und vor allem auf seine Bedienbarkeit.
Gehäuse: Das Oregon 450/450t kommt im gewohnten robusten Oregon-Gehäuse daher. Es gibt weder Kanten noch Ecken, wodurch das Gerät wunderbar in der Hand liegt und auch bei Abstürzen einiges wegsteckt. Das Display ist etwas hinein gesetzt, womit es ebenfalls etwas geschützt ist. Ein austauschbares Schutzglas wie beim Satmap Active 10 gibt es beim Oregon nicht, dafür lässt es sich aber über das Display bedienen. Wer Angst um sein Display hat, kann sich ja wie bei Handys auch, eine Displayschutzfolie besorgen. Hier zeigte sich aber, dass eine Antireflexionsfolie (matte Folie) nur Nachteile hat. Also sollte man wohl oder übel bei der Spiegeloptik bleiben – selbst bei Schutzfolien!
Die beiden AA-Batterien sitzen hinter einem sehr robusten Deckel mit einem hochwertigen Aluminiumverschluss. Ein versehentliches Öffnen ist damit ausgeschlossen. Im Batteriefach befindet sich auch noch der Einschub für die Speicherkarte. Der USB 2.0 Anschluss befindet sich von außen zugänglich hinter einer massiven Gummiabdeckung. Das Zubehör von den bisherigen Oregon-Geräten passt auch weiterhin auf die Systemnut auf der Unterseite. Die Oregons sind nach dem IPX7 Standard wasserfest.
Die Bedienung: Kurz gesagt, wer einmal Touchscreen hatte, möchte keine Knöpfchen mehr drücken müssen – sofern der Touchscreen so gut reagiert wie beim Oregon 450! Bis auf den on/off Button seitlich ist man gänzlich auf das berührungsempfindliche Display angewiesen. An die Menüführung hat man sich schnell gewöhnt und das Beste – der Touchscreen funktioniert auch mit Handschuhen, genau so wie auch im nassen Zustand.
Display: Es wird ja viel diskutiert über die Ablesbarkeit der Oregon Displays. Mit dem Oregon 550 kam dann eine neue Generation auf den Markt, das vom bisherigen mattierten Finish zum “Spieglein” wechselte. Das Gute daran war, dass die Helligkeit zunahm und so der Spiegeleffekt nicht mehr ganz so störend war. Das Oregon 450 hat nun dieses neue Display wie auch die Dakotas geerbt. Grund genug um mal einen direkten Vergleich zu einem Gerät zu machen, dem man diesbezüglich Top-Leistungen nachsagt:
Die Displaybeleuchtung ist subjektiv genau so hell wie eines GPSmap 60 CSx. Wer also damit zufrieden war, wird es ebenso mit dem Oregon 450 sein. Zu bemerken ist, dass das Oregon 450 die derzeit hellste Displaybeleuchtung unter den Oregons hat, auch wenn die Displaytechnologie von Dakota und Oregon 550 gleich ist, kommen diese derzeit nicht an das neue 450 ran.
In besonders heller Umgebung dreht man die Beleuchtung am Besten gleich ganz weg und arbeitet mit der Rückreflektion. Auch hier schlägt sich das Oregon 450 sehr gut! Wer hier noch immer nichts sieht, der muss einfach etwas üben oder mal vom Fahrrad absteigen. Denn genau da ist der einzige Nachteil beim Nutzen der Rückreflektion. In der Hand kann man das GPS Gerät leicht herum drehen um einen optimalen Einblick zu bekommen, am Fahrrad – in der Halterung fixiert – sieht die Sache etwas anders aus. Doch auch hier sollte man die Thematik gelassen angehen. Denn ein GPS-Gerät sollte besonders beim Outdoorsport in erster Linie eine Unterstützung zur Orientierung sein und kein Straßen- oder Wegeleitsystem! Hin und wieder sollte man also doch den Blick vom Display nehmen und sich vergewissern, wo der Weg oder die Straße tatsächlich hinführen ;-). Wer dennoch beim Biken auf eine intensive Unterstützung durch das GPS angewiesen ist, wird mit einem Garmin Edge 705 besser bedient sein!
Stromversorgung: Unsere Eneloop Akkus hielten einen ganzen Tag intensives Herumspielen locker durch. Garmin gibt eine Laufzeit von 16 Stunden an, die bei entsprechenden Nutzungsverhalten sicher erreichbar sind. Braucht man eine längere Laufzeit, ist das Dakota 20 mit seinem kleineren und sparsameren Display eine Alternative. Ansonsten kann man aber auch einfach einen 2. Satz Batterien einstecken.
Fazit: Garmin bringt mit dem Oregon 450/450t ein ausgereiftes Outdoornavi auf den Markt, dass sich durch seinen Bedienkomfort, dem besten Display aller Oregons und vor allem der Möglichkeit, neben den sehr praktischen Vektorkarten von Garmin auch Rasterkarten nutzen zu können, auszeichnet! Genau hier stellt sich dann schnell auch die Frage, 450 oder 450t? Aufgrund der vielen Erweiterungsmöglichkeiten durch alternatives Kartenmaterial ist eine solide Grundausstattung mit der Freizeitkarte kein Fehler. Hat man hingegen sowieso vor sich z.B. mit der Transalp-Karte oder z.B. einer Topo Österreich 2 einzudecken, wird man auf die Freizeitkarte der t-Version schnell verzichten können. Garmin hat auch vor, mit den Oregons und Dakotas Kartenbundels anzubieten. Wer also noch etwas warten kann, findet in Zukunft eine weitere interessante Option.
Für uns steht Garmins Oregon Serie derzeit unter den Outdoor-GPS ohne wirkliche Konkurrenz da, was sich aber im schnell entwickelnden Elektronikbereich bald wieder ändern kann! Die Linie vom Dakota bis zum Oregon 550t ist überzeugend und bietet für jeden Geschmack etwas. Den neuen 450 sehen wir als echten Allrounder, der die Erfolge seiner Vorgänger sicher noch übertreffen wird.
Jetzt können wir uns nur noch wünschen, dass Garmin bald die Displaybeleuchtung vom 450 auch im Dakota einbaut! Ich hab da aber so ein Gefühl!
Link zum Testbericht Oregon 550t und Dakota 20
Link zum Testbericht Topo Österreich 2
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Hier noch für alle Skeptiker ein paar Bilder zum Vergrößern. Diese 3 Bilder dürfen gerne frei zum Posten in Foren verwendet werden! Bitte setzt dabei aber immer einen Link zum Artikel.












[...] Raum ein äußerst attraktives Gesamtpaket! Denn das Oregon 450 überzeugte uns nicht nur im Test, sondern ist wie alle anderen Oregons seit kurzer Zeit, auch Rasterkartenfähig! Damit geht ein [...]