An einen ganz und gar exotischen Ort ging es am vergangenen Wochenende für die Österreichische Nationalmannschaft im Skibergsteigen. Der Weltcup gastierte auf Sizilien, am 3.300 Meter hohen Ätna.

Die Trofeo dell‘ Etna findet seit 60 Jahren an den Hängen des riesigen Vulkans statt, der direkt an der Küste in die Höhe wächst. Der Österreichische Verband ASKIMO entsendete bei der Weltcup- Premiere des Klassikers 4 Athleten auf die Mittelmeer-Insel. Die Erwartungen an die Organisation wurden weit übertroffen, die Gastgeber-Stadt Nicolosi am Fuß des Berges bot einen überaus würdigen Rahmen für die Weltelite der Skibergsteiger.

Das Rennen konnte wegen eines Höhensturms zwar nicht bis an den Rand des Hauptkraters geführt werden, die Kulisse für die Strecke war zwischen den unzähligen Nebenkratern dennoch mehr als beeindruckend. Die Qualität des Schnees überzeugte trotz brauner Asche-Schicht, sowohl die Anstiege als auch die Abfahrten brauchen einen Vergleich mit alpinen Frühlingsbedingungen nicht scheuen. Den Österreichern lag sowohl Schnee als auch Strecke.
Die erfreulichste Meldung kommt wieder einmal aus dem Damenlager: die erst 21jährige Michaela Essl (Abtenau/Salzburg) konnte einen 5. Platz einfahren, bei dem sie sich trotz eines kapitalen Sturzes auf der zweiten von 6 Abfahrten gegen starke Konkurrenz durchsetzen konnte. Die Erfolgsserie von Essl, die erst letzte Woche den Österreichischen Meistertitel im Einzelbewerb erringen konnte, setzt sich damit fort.
Die beiden Tiroler Alexander Fasser (Lermoos) und Wolfgang Klocker (Lienz) waren ebenfalls auf Erfolgskurs unterwegs. Fasser, ebenfalls frisch gebackener Österreichischer Meister im Skibergsteigen, legte von Anfang an ein scharfes Tempo vor, konnte vor allem auch auf den Abfahrten punkten. Am Ende des Rennens auf den Abhängen des Vulkans war schließlich ein sehr guter 16. Platz für ihn der Lohn für eine ausgesprochen starke Leistung. Klocker war lange mit Fasser gleichauf, verlor jedoch auf den letzten beiden Anstiegen an Boden sowohl gegenüber dem Teamkollegen als auch gegenüber den Konkurrenten. Schließlich konnte er jedoch im 120 Athleten starken Feld den guten 21. Rang belegen.

Pech hatte Athletentrainer Alexander Lugger (Maria Luggau/Kärnten). Von vorn herein gesundheitlich durch eine leichte Grippe angeschlagen, ging er dennoch an den Start. Schon am Ende der ersten Abfahrt zog er sich jedoch im tiefen Sulzschnee eine Knieverletzung zu und musste das Rennen frühzeitig beenden. Es bleibt zu hoffen, dass die noch ausstehende Diagnose nicht ein frühzeitiges Aus für Luggers Saison bedeutet.

Das Weltcuprennen am Ätna galt als der letzte Test im internationalen Umfeld vor dem Beginn der WM der Skibergsteiger, die in der ersten Märzwoche in Andorra stattfindet.

Text: Sport Consult KEG
Bild: Alfred Ruff